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Biologisches Alter von Bäumen

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Bäume können sehr alt werden. Bei den üblichen Umtriebszeiten im Wirtschaftswald haben die Bäume erst etwa 25 bis 50% ihrer möglichen Lebenszeit hinter sich, wenn sie gefällt werden. Als ungefähre artenspezifische maximale Altersgrenzen gelten: Eiche 900 Jahre, Fichte, Föhre und Tanne 400 bis 600 Jahre, Bergahorn und Buche 500 Jahre und Lärche 800 Jahre. Gar respektable 1000 Jahre alt sind die ältesten europäischen Eiben, Linden und Arven. Im Bödmerenwald (Schwyz) wurden Fichten von maximal 484 Jahren gefunden, während in Scatlè (Graubünden) das Alter von Fichten auf circa 300 bis 650 Jahre geschätzt wurde. Bütler et al. 2015).

Alte Bäume sind besonders reich an Baummikrohabitaten, denn Reichtum und Vielfalt von Baummikrohabitaten nehmen mit steigendem Alter eines Baumes stark zu. In Südschweden zum Beispiel hatten weniger als 1% der unter 100-jährigen Stieleichen (Quercus robur) Höhlen. Im Alter zwischen 200 und 300 Jahren wiesen 50% der Eichen Höhlen auf, wohingegen sämtliche Baume ab einem Alter von 400 Jahren grosse Baumhöhlen zeigten (Ranius et al. 2009).

Bei Altersanalysen in Urwäldern hat sich gezeigt, dass die ältesten Bäume selten die dicksten sind und häufig auf kargen Kleinstandorten wachsen. Leider liegen in den wenigsten Fällen Daten zum Alter von Einzelbäumen vor. Altersanalysen werden meist nur für Spezialstudien gemacht.

Tabelle: Maximales Alter von Baumarten in verschiedenen Gebieten, ermittelt mit Jahrringzählung (resp. Schätzung *) an Urwaldriesen. Zum Vergleich sind die im Schweizer Wald üblichen Umtriebszeiten gegenübergestellt. Tab. aus Bütler et al. (2015).